Tabletop Hobbyblog

Ein Appell an die Vernunft: Escalation und Stronghold Assault

Der Dezember war wohl der ereignisreichste Monat dieses Jahres. Das Jahr 2013 hat viel Veränderung gebracht. Viele gute Kodexe wurden in einem atemberaubenden Tempo veröffentlicht. Selbst die Sororitas haben zumindest eine Aufwertung bekommen. Auch der Blick aufs nächste Jahr zeigt, dass wir uns auf Neues freuen dürfen.

Der Jahreswechsel ist immer auch ein Zeit der Reflektion. Ich, meinerseits, freue mich natürlich auf die neuen Tyraniden, denke aber auch über die Erweiterungen Escalation und Stronghold Assault nach. Viele von uns fragen sich zurzeit, was die Zukunft für das 40K-Universum bringen mag.

Seit Beginn der 6. Edition hat eine besonders starke Eskalation im Spiel stattgefunden, dass heißt, Effektivität und Output der Armeen haben zugenommen. Zum Beispiel nimmt die Anzahl der Schüsse mit hoher Stärke und diversen Sonderregeln immer weiter zu. Die Serpents der Eldar mit BF 4 synchronisieren sich selbst, so dass unzählige Treffer und Verwundungen jeden gegnerischen Trupp vernichten. Ein voll ausgestatteter Kolosstrupp verfügt über 24 synchronisierte und deckungsignorierende Schüsse mit Stärke 7, wahlweise mit der Monsterjäger- oder der Panzerjäger-Sonderregel. Steigerungen dieser Art können sich schnell zu einem Problem entwickeln, denn das 40K-Spielsystem basiert nur auf einem 6-seitigen Würfel. Einfach ausgedrückt, es gibt 6 Möglichkeiten, das Spiel zu differenzieren. Sollen bald alle Völker ähnlich gut schießen können wie die Tau und mit 2+ Rüster ausgerüstet sein, um mithalten zu können? Ein Trupp Plünderaz mit BF 2, der mit etwas Glück 30 Schuss zur Verfügung hat, erscheint im Vergleich dazu geradezu lächerlich. Was sind die Folgen?

Jedes Spielsystem besitzt Grenzen, die durch Regeln und Spielmechanismen (z. B. 6-seitiger Würfel) festgeschrieben sind. Die Erweiterungen Escalation und Stronghold Assault sind ein cooler, aber erschreckender Versuch, das Spielsystem 40K auszubauen.  Ist der Versuch vielleicht notwendig, um der immer größer werdende Schlagkraft der Armeen entgegenzuwirken? Die Erweiterungen beinhalten viele Regeln für neue sowie altbekannte Modelle und Gebäude, die einige von uns schon besitzen und zu selten einsetzen können. Diese Modelle können jetzt in das reguläre Spiel integriert werden. Das ist toll, denn wer kommt schon dazu, regelmäßig Apo zu spielen?

Für alles andere als Freundschaftsspiele sind die neuen Lords of War und Bunkeranlagen so erschreckend wie spielentscheidend! Ein Banebalde kann nicht explodieren und einige Bunkeranlagen besitzen Panzerung 15. Die neuen D-Waffen sind regeltechnisch das Krasseste, was es zurzeit gibt, und sie vernichten einfach alles! In Spielen mit Lord of War wird derjenige gewinnen, der den gegnerischen Lord of War zuerst ausschaltet! Der restliche „normale“ Teil der Armee, selbst ein Riptide, wird für den Spielausgang nebensächlich sein. Ist das wirklich spannend? Die Erweiterungen stellen eine weitere Eskalation des Spiels dar und werden diesen Trend fortsetzen.

Mit den Erweiterungen werden ganze Teile der gegnerischen Armeen einfach ausgehebelt, weil normale Einheiten in einer ganz anderen Größenordnung angesiedelt sind. Anstürmende Horden von Ganten oder Orks finde ich immer noch cool, spielerisch haben aber nur wenige Armeekonzepte ein Problem damit, 100+ Modelle vom Tisch zu fegen, besonders keine Armee mit Lord of War mit D-Waffe. Der Mehrwehrt z. B. eines zusätzlichen Trupps Ganten ist im Angesicht all dieser schwer gepanzerten Monstereinheiten nicht mehr gegeben. Ich finde es jetzt schon bedenklich, dass es möglich ist, Armeen in der  3. Runde komplett auszulöschen, wenn man bedenkt, dass das Spiel 6+ Runden hat. Wenn man seine Truppen mit großem Zeitaufwand bemalt hat, kann es frustrierend sein, gleich mehrere pro Runde wieder einpacken zu müssen. Deshalb finde ich, dass es wichtiger denn je geworden ist, mit großen Line-of-Sight-Blockern zu spielen, um die zunehmende Eskalation des Spieles etwas einzudämmen und Spieloptionen zu schaffen.

Aus diesen Gründen möchte ich zum Nachdenken anregen. Sind die neuen Erweiterungen wirklich das, was wir für die Turnierszene wollen? Letztlich entscheidet ihr in euren Spielgemeinschaften, wie ihr das 40K-Hobby ausleben wollt.

Guten Rutsch

-kleiner gargoyle

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Eine Antwort

  1. Ich sehe es nicht so wie du.

    Belagerungskrieg. Was spricht denn gegen dieses Buch? Es hat Regelergänzungen, welche den Umgang mit Gebäuden ziemlich verbessern. Das ganze Rumgeheule kommt nur wegen dem Makrokanonen/Warpfeldraketen-Bunker. Darauf wird das komplette Buch reduziert. Die ganzen anderen Befestigungen sind sehr schön und es wäre toll, mal was anderes auf dem Tisch zu sehen als die x-te Aegis, die meistens nichtmal an die Armee angepasst wurde. Einfach die PZ15-Bunker streichen und das restliche Buch erlauben, fertig, da freut sich auch der Wald und Wiesen Turniertyp.

    Escalation: Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird. Einfach mal probieren! Nicht alles ist sooooo imba. Da ja nun FW eine Liste mit Lords of War herausgebracht hat, kann man nun auch mal einen Malcador oder einen Messingskorpion aufstellen. Titanenkiller sind auch nicht so schlimm! Jedenfalls nicht schlimmer als der hunderste unzerstörbare Kreischerstern (TK ist endlich mal ein Konter dagegen!) oder Tau-Raketenspam oder Serpent-Spam. Ich spiele auch 100x lieber gegen eine Armee mit einem schicken bemalten Super Heavy, als gegen einen langweiligen Serpentspam oder sonstiges, was so der übliche Turnier-Powergamer hinstellt. Und superschwere Modelle machen das Spiel übrigens nicht mehr kaputt als es die übliche Eldar- oder Tauarmee auf Turnieren macht.

    Was die Turnierszene betrifft: Wen interessiert, was die will? Die Szene ist klein, nur kann die am lautesten herumschreien. Meine letzten Turnierspiele waren so dermaßen spaßkillend, dass ich stark überlege, ob ich in Zukunft T3-Turniere allgemein meiden werde, da die ein Klientel anziehen, welches ich nicht sonderlich leiden kann. Aber wer weiß, vielleicht gibts ja bei den nächsten BTV-Turnieren Escalation, dann kann ich den ganzen Serpents und Breitseiten mit ihrem S7-Spam zeigen, wo hier der Warhound-Hammer hängt 😉

    So, das war mein Neujahrs-Rage, frohes neues Jahr an den kleinen Gargoyle! 😉

    1. Januar 2014 um 12:14

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