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Tyraniden: die Elite-Sektion

Haruspex: Der Haruspex hat drei Nachteile, die begründen, warum wir ihn auf dem Schlachtfeld selten zu sehen bekommen werden. Erstens: sein größter Nachteil ist seine Langsamkeit. Der Haruspex ist mit einer Bewegung von 6 Zoll einfach zu langsam für ein Nahkampfmodell, das über keinerlei nennenswerte Schusswaffen verfügt. Zusätzlich fehlen ihm alternative Aufstellungsmöglichkeiten wie zum Beispiel Schocktruppen. Zweitens ist der Haruspex etwas zu teuer, für das, was er kann. Ein Haruspex ist 40 Punkte teurer als ein Carnifex, der vergleichbare Nahkampfqualitäten besitzt. Zusätzlich verfügt der Carnifex über die Option, für wenige Punkte Schusswaffen erhalten zu können. Der Vorteil des Haruspex ist, dass er sozusagen ein „Carnifex“ in der Elite-Sektion ist. Jedoch werden wir ihn selten in der Elite-Sektion antreffen, was uns zu seinem dritten Nachteil bringt. Der Haruspex wird das Nachsehen haben, weil es zu viele andere Einheiten in der Elite-Sektion gibt, die Tyranidenspieler mitnehmen müssen.

Im Nahkampf hat der Haruspex, abgesehen von seiner Sonderregel Rasender Hunger und seinen Scherenklauen, dass gleiche Profil wie der Morgon – KG3, ST6, und A3. Meine Erfahrungen mit dem Morgon haben mir gezeigt, dass dieser im Nahkampf gegen Infanterie oft Unterstützung braucht, wenn er seinen Gegner nicht in ein bis zwei Nahkampfrunden sicher ausschalten kann. Mit drei Attacken KG3 bekommt man im Druchschnitt ein bis zwei Treffer gegen die meisten Gegner. Das heißt, selbst ein 10er Trupp Kultisten kann unter Umständen schon eine Herausforderung für den Morgon darstellen. Der Morgon kann dann allerdings von Sonderregel Zurückfallen Gebrauch machen. Mit diesem Beispiel möchte ich verdeutlichen, dass ein Haruspex seine Nahkampfziele weise auswählen muss und sich nicht in größeren Infanterietrupps festsetzen sollte. Mit seinen Scherenklauen, die die Sonderregeln Panzerfluch und Unhandlich besitzen, soll der Haruspex ohnehin vornehmlich Fahrzeuge im Nahkampf zerstören.

Bewertung: 4 (1= Superauswahl/Autoinclude, 2= gute Einheit, 3= solides Preisleistungsverhältnis, 4= Fluffeinheit, 5= Kodexleiche)

Liktor: Der Liktor bringt eine Fülle von interessanten Sonderregeln mit wie Angst, Infiltrieren, Pheromonspuren, Sprinten, Tarnung, und Zurückfallen, um nur ein paar zu nennen. Mit der altbekannten Sonderregel Chamäleonschuppen kann man einen Liktor an einer beliebigen Stelle punktgenau aufstellen. Einen einzelnen Liktor wird man also fast immer verstecken können. Er sollte in jedem Geländestück gut geschützt sein. Ein Liktor, der Schutz sucht, wird durch Tarnung überall einen 2+ Decker erhalten. Das ist auch nötig, denn ein Liktor allein richtet nicht viel aus, kann aber im Zusammenspiel mit anderen Elementen der Armee aktiv werden. Die Pheromonspuren ermöglichen es, befreundete Einheiten innerhalb von 6 Zoll ebenfalls punktgenau zu schocken, allerdings erst einen Spielzug nach dem Auftauchen des Liktors. Der Liktor benötigt diese Zeit, um seine Pheromone ausströmen zu lassen und sein Revier zu markieren. Und genau hier kommt die Problematik ins Spiel. Ob der Liktor wirklich eine Runde Beschuss überleben wird, ist äußerst fraglich. Mittlerweile besitzt jede Armee Waffen mit der Sonderregel Deckung ignorieren. Wenn der Gegner auch nur einen Trupp mit deckungsignorierenden Waffen besitzt, ist der Liktor Prioritätsziel Nummer 1, sollten sich noch schockende Morgone und Alphatrygone in Reserve befinden. Ein Liktor müsste infiltrieren, um ab der zweiten Runde schockende Morgone und Alphatrygone mit seinen Pheromonen zu leiten. Da es sich nur um 6 Zoll handelt, müsste der Liktor zusätzlich sehr aggressiv aufgestellt werden, was wiederrum sein wahrscheinliches Ende bedeuten würde. Der Liktor kann Armeelisten mit vielen schockenden Einheiten (Morgone, Alphatrygon) gut unterstützen. Damit er eine Chance hat zu überleben, braucht man sehr viele schnelle Einheiten, die den Gegner vor die Wahl stellen, welche von ihnen er beschießen möchte. Folgende Einheiten bieten sich besonders an: Flugtyranten, Hormaganten, Symbionten,  Gargoyles, Venatoren, Harpyien, Schwarmdruden, Morgone und Alphatyrgone.

Bewertung: 3 (1= Superauswahl/Autoinclude, 2= gute Einheit, 3= solides Preisleistungsverhältnis, 4= Fluffeinheit, 5= Kodexleiche)

Pyrovore: siehe Beitrag Kodexleichen

Bewertung: 5 (1= Superauswahl/Autoinclude, 2= gute Einheit, 3= solides Preisleistungsverhältnis, 4= Fluffeinheit, 5= Kodexleiche)

Schwarmwachen: Die guten alten Schwarmwachen waren die prädestinierte Panzerabwehr-Einheit der Tyraniden und sind sie immer noch. Viele von uns werden 9 Stück von ihnen besitzen. Zu Beginn der 6. Edition habe ich oft 9 Schwarmwachen eingesetzt und reihenweise Schlachten nur ihretwegen gewonnen. Mit Fortschreiten der Edition hatten die Schwarmwachen immer häufiger das Nachsehen. Nemesis und Ymgarls erhielten den Vorzug. Durch den neuen Kodex wird sich leider nicht viel ändern, denn die Schwarmwachen sind (unnötigerweise) abgeschwächt worden. Schwarmwachen wurden auf BF 3 heruntergestuft und ihre Waffen haben nur noch Deckung ignorieren, was bis jetzt nicht gegen Fahrzeuge hilft. Früher waren die Schwarmwachen noch das sichere Ende eines jeden Antigravfahrzeugs. Neuerdings könnten sie auch mit Schockkanonen ausgerüstet werden, wodurch sie Impulswaffen besäßen; Impulswaffen finde ich theoretisch immer sehr gut. Für den Aufpreis verringert sich jedoch die Reichweite der Waffen auf 18 Zoll; nein danke! Selbst mit 24 Zoll haben Schwarmwachen öfters mal Probleme, feindliche Panzer zu erreichen, die in der gegnerischen Aufstellungszone stehen und volles Rohr auf den anstürmenden Schwarm feuern. Die Biomorph-Upgrades sind völliger Quatsch; Schwarmwachen haben nichts im Nahkampf verloren! Der einzige Grund, warum man in den sauren Apfel beißt und einen Trupp der Schwarmwachen einsetzt, liegt in der Tatsache, dass sie eine der wenigen Einheiten sind, die eine gute Chance haben, Fahrzeuge durch Beschuss zu zerstören.

Schwarmwache: Bewertung: 3 (1= Superauswahl/Autoinclude, 2= gute Einheit, 3= solides Preisleistungsverhältnis, 4= Fluffeinheit, 5= Kodexleiche)

Toxotrophen: Die Toxotrophen sind die neuen Superstars des Kodexes. Für billige Punkte bekommt man eine laufende Sporenwolke, die allen Tyranideneinheiten innerhalb von 6 Zoll die Sonderregel Schleier verleiht. Da Tyraniden keinerlei nennenswerte Rüstungs- oder Rettungswürfe besitzen, muss sich jeder Schwarm auf gute Deckungswürfe verlassen können. Genau das wird durch die Toxotrophen sichergestellt. In der ersten Runde können durch die Schleier-Fähigkeit Verluste sehr gut vermieden werden. Aus diesem Grund sollten Toxotrophen das Prioritätsziel Nummer 1 für jeden General sein, der einem Schwarm Tyraniden gegenübersteht. Tyranidenspieler müssen dafür sorgen, dass die Toxotrophen möglichst lange überleben. Der einfachste Weg ist, einen vollen Trupp Toxotrophen mitzunehmen, um Verluste gut wegstecken zu können. Eine andere Option ist der Einsatz des Alphakriegers als „Babysitter“, um Toxotrophen vor ST-8-Beschuss zu schützen. Dieser Weg ist, meiner Meinung nach, der teuerste und schlechteste; also bitte, bitte vom Alphakrieger Abstand nehmen. Ein Alphakrieger kostet nur unwesentlich mehr als eine volle Toxotrophen-Einheit, aber man opfert eine HQ-Auswahl. Der Alphakrieger ist als Bodyguard einfach zu teuer. Als Alternative bieten sich diverse Bunker an. Mit einem Toxotrophen in einer Imperialen Bastion besitzt man eine große Schleier-Wolke in der eigenen Spielfeldhälfte. Für diese Taktik sollte man schon vorab wissen, wie man das Terrain und die jeweilige Mission spielen möchte, denn die Platzierung der Bastion verrät viel. Eine falsche Platzierung der Bastion kann einem schon das Spiel kosten. Meine bisherigen Erfahrungen haben mich davon überzeugt, einen einzelnen Toxotrophen in einer Bastion einzusetzen. Ich würde wetten, dass in mindestens 90% der Spiele am Ende der Toxotroph und die Bastion nicht zerstört sind. Die Bastion ist wie ein Fels in der Brandung! Diese Haltbarkeit ist für einen Tyranidenschwarm bitter nötig. Auf jeden Fall sind die Toxotrophen die neue Autoincludeeinheit des Kodexes geworden.

Bewertung: 1 (1= Superauswahl/Autoinclude, 2= gute Einheit, 3= solides Preisleistungsverhältnis, 4= Fluffeinheit, 5= Kodexleiche)

Zoantrophen: Zoantrophen haben mich in mehrerlei Hinsicht überzeugt! Erstens sind sie die besten Synapsenkreaturen, die der Schwarm außerhalb der HQ-Sektion zu bieten hat. Der Alphatrygon ist zwar auch eine gute Synapsenkreatur, aber mit dem Zoantrophen nicht vergleichbar. Zoantrophen haben als einzige Einheit der Tyraniden einen Rettungswurf und sind schon alleine dadurch besser als Tyranidenkrieger und Flugkrieger. Außerdem können sich Zoantrophen gegen heranfahrende Land Raider und dergleichen gut verteidigen. Da Schwarmwachen gegen Fahrzeuge nur noch halb so gut sind, sind die Warplanzen der Zoantrophen um so wichtiger geworden. Bis die Zoantrophen in Reichweite zu ihren Zielen kommen, können sie in der ersten Runde den Schwarm mit ihrer zweiten Psikraft unterstützen. Viele bemängeln, dass die Zoantrophen jetzt eine Bruderschaft aus Psionikern sind, und dadurch alle drei Schuss der Warpblitze mit einem Wurf (Psitest, Psiresistenz) negiert werden können. Gleichzeitig muss sich nur noch das vorderste Modell in Reichweite befinden. Der Rest der Rotte könnte sich z. B. hinter einem LOS-Blocker verstecken. Die Zoantrophen sind eine gute Unterstützungseinheit, die im mittleren bis späteren Spielverlauf mit ihrem Warpblitz aufräumen kann. Aus diesen Gründen werden die Zoantrophen wahrscheinlich alle meine Schwarmwachen ersetzen müssen. Zusätzlich kann ich dadurch auf Tyranidenkrieger und Flugkrieger verzichten. Zu guter Letzt muss ich nochmal auf den Rettungswurf zurückkommen. Mit einem 3+ Retter kann es gut passieren, dass Zoantrophen 10 Raketen abweisen oder dass sie durch 2 Bolterschüsse umfallen. Zoantrophen können sich (wie früher die Nemesis) zu einer richtigen Powereinheit mausern, die quasi unverwundbar übers Schlachtfeld schweben.

Bewertung: 1 (1= Superauswahl/Autoinclude, 2= gute Einheit, 3= solides Preisleistungsverhältnis, 4= Fluffeinheit, 5= Kodexleiche)

Schönen Sonntag
-kleiner gargoyle

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Eine Antwort

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