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Tyraniden in der 7. Edition: Morgon-Taktika

Der Morgon ist die preisgünstigste Monströse Kreatur, die über 6 Lebenspunkte verfügt. Darüberhinaus besitzt er interessante Sonderregeln, durch die er sich sehr flexibel einsetzen lässt. Der Morgon bringt also eine gute Balance zwischen einem defensiven Profil, besonders wegen der 6 preiswerten Lebenspunkte, und offensiven Eigenschaften, durch die Sonderregel Schrecken aus der Tiefe, mit. Diese Sonderregel kommt zum Einsatz, wenn ein Morgon aus der Reserve eintrifft, und erlaubt es ihm, sich direkt auf feindlichen Modellen zu platzieren. Das wird dann nicht wie normal als Schockmissgeschick behandelt, sondern stattdessen wird über den feindlichen Modellen eine 5-Zoll Schablone platziert und werden automatische Treffer mit Stärke 6, Durchschlag 2 und Deckung ignorieren durchgeführt. Sollte das Ziel ein feindlicher Panzer sein, wird der Treffer gegen die Seitenpanzerung durchgeführt. Falls nach dem Durchführen der Treffer immer noch feindliche Modelle die Platzierung des Morgon verhindern, wird erneut die Schablone platziert. Erst wenn der Morgon danach immer noch nicht platziert werden kann, wird auf der Schockmissgeschicktabelle gewürfelt. Upgrades sind bei einem Morgon fehl am Platz, nach dem Durchlesen des Artikels sollte klar sein, warum.

Wie setzt man den Morgon nun ein? Zu Anfang des Spiels kann man sich entscheiden, ob der Morgon das Spiel in Reserve oder auf dem Spielfeld beginnen soll. Ein Morgon, der in Reserve bleibt, kann ab er der zweiten Runde schocken. Das ist aber nicht immer zuverlässig und schon gar nicht garantiert. Kommt ein Morgon erst in der 3. Runde ins Spiel, dann kann er sich in der 4. Runde erneut einbuddeln und in der 5. Runde erneut schocken. Kommt ein Morgon in der 2. Runde ins Spiel kann er sich in der 3./5. Runde einbuddeln und in der 4./6. Runde wiederholt schocken. Im besten Fall bekommt man also dreimal die Chance, mit den 5-Zoll Schablonen Schaden anzurichten. Möchte man drei Morgonen einsetzen, empfiehlt sich, über ein Voxrelais nachzudenken, um die Reservewürfe zuverlässiger zu machen, denn alle drei Morgone sollten im selben Zug eintreffen und nicht nacheinander.

Ein Morgon kann das Spiel aber auch auf dem Spielfeld beginnen. Der Nachteil ist, dass er sich erst in der 2. Runde eingraben kann. Das heißt, schocken ist nur in der 3. und 5. Runde möglich. Der Vorteil dieser Methode ist aber, dass man genau weiß, wann der Morgon kommt. Wann zu Beginn des Spiels sollte man den Morgon aufstellen? Es gibt unzählige Situationen, in denen es sinnvoll sein kann, einen Morgon aufzustellen: z.B. wenn man seine Armee in einer Ecke aufstellt, aber verhindern möchte, dass der Gegner mit Infiltratoren in der anderen Ecke der eigenen Aufstellungszone einfällt oder wenn der Gegner über wenig Beschuss verfügt, dafür aber über schnelle Nahkämpfer. Der Morgon kann dann zusammen mit anderen Einheiten zum Gegenschlag vorrücken. Man muss aber immer bedenken, dass der Morgon kein ausgesprochener Nahkämpfer ist. Er verfügt über zu wenige Attacken, um sich schnell und effektiv durch die gegnerischen Reihen zu schlagen. Da kann sich auch schon ein Nahkampf mit einem 10er Trupp Kultisten hinziehen; wie sieht es dann erst bei 30 Orkboys aus! Richtige Nahkämpfer schlagen den Morgon mit seinem Kampfgeschick von 3, Initiative 4 und fehlenden Rettungswurf sowieso zusammen. Für den Fall, dass sich ein Morgon im falschen Nahkampf befindet, hat er die Sonderregel Zurückfallen! Wird ein Morgon im Nahkampf angegriffen, kann er am Ende der Nahkampfphase versuchen zurückzufallen, um sich gleich wieder in der folgenden Bewegungsphase einzugraben.

Was für Einsatzmöglichkeiten hat der Morgon? Einen Morgon möchte man wegen seiner Sonderregel Schrecken aus der Tiefe in die Armee aufnehmen, aber wenn man sich die Unterstützungsauswahl näher anschaut, bringen auch Exocrine und Biovoren vergleichbare Waffenprofile mit. Der Exocrine besitzt mit seiner Waffe sogar Stärke 7. Die Biovoren sind gegen alles mit Widerstand 4 oder weniger und 4+ Rüstungswurf oder schlechter immer noch besser als jeder Morgon. In einen 10er Trupp Kultisten zu schocken, ist fast auch schon zu schade für den Morgon und natürlich immer von der Spielsituation abhängig, aber genau hier liegt der Vorteil. Der Morgon kann aus der Reserve kommend, auf dem gesamten Spielfeld eingesetzt werden; das heißt, er bedroht selbst entlegenste Ecken, die vielleicht auch mit Biovoren nicht gleich zu erreichen sind.

Was soll ein Morgon vernichten? Der Morgon vernichtet Infanterie (bis Widerstand 4) auf die 2+ mit quasi Wiederholungswurf. Kommt die 1 dennoch, ist das natürlich ärgerlich. Dass ein Modell stehen bleibt, passiert aber trotzdem häufiger, als einem lieb ist. Wenn Modelle einen Rettungswurf besitzen, wird es noch wahrscheinlicher, dass der Gegner mindestens eine 5+ wirft und Modelle stehen bleiben. Gegen Panzer ist der Morgon wegen seiner Treffer gegen die Seitenpanzerung abgeschwächt worden, deshalb sollte ein Morgon gegen Fahrzeuge nur als allerletztes Mittel eingesetzt werden. Gegen Panzer mit einer Seitenpanzerung von 10 erzielt ein Morgon auf die 4+ einen Streifschuss, auf die 5+ einen Volltreffer. Ein Morgon wird in guten Fällen maximal zwei Fahrzeuge unter die Schablone bekommen. Das einzige, was sich lohnen könnte, wären dicht gedrängte Schattenbarken, Schattenvipern, Vypern, Landspeeder und Fahrzeuge der Orks. Ausweichen ist gegen Schrecken aus der Tiefe nicht möglich, denn diese Attacke besitzt Deckung ignorieren. Deshalb eignet sich ein Morgon auch dazu in Deckung verschanzte Truppen aufzureiben.

Aber was passiert, wenn ein Morgon sein Ziel unter der Schablone nicht vollständig zerstört? Es wird auf der Schockmissgeschicktabelle gewürfelt. Bei der 1 gilt der Morgon als zerstört, bei der 2 und 3 darf der Gegner ihn aufstellen und bei der 4-6 kommt der Morgon in die aktive Reserve; das heißt, er darf im nächsten Spielzug wieder schocken! Ergebnis 1 ist natürlich schlecht. Ergebnis 2 und 3 sind nur schlecht, wenn der Gegner den Morgon vor eine Einheit stellen kann, die ihn sicher ausschalten kann. Es würde nichts bringen, den Morgon, wie bei anderen falsch schockenden Einheiten üblich, in einer Ecke zu platzieren, um ihn so quasi aus dem Spiel zu halten. Ein Morgon buddelt sich einfach ein und kommt im nächsten Spielzug da ‚raus, wo er gebraucht wird. Das wiederum bedeutet, dass die Schockmissgeschicktabelle für den Morgon in 50% der Fälle positiv zu bewerten ist, weil man seine Sonderregel dadurch wiederholt einsetzen kann. So kann man einen Morgon auch einmal in härtere Ziele (Einheiten mit hohem Widerstand und/oder Rettungswürfen und Fahrzeugen) schocken lassen. Der Morgon ist deshalb durchaus etwas für die Risikofreudigen unter uns.

Auch sollte man sich bewusst machen, dass ein schockender Morgon einen Abweichungswurf benötigt. Das bedeutet, dass Morgone entweder sehr unzuverlässig sein können oder aber immer ins Schwarze treffen.

Einem angeschlagenen Morgon, der nur noch über einen oder zwei Lebenspunkte verfügt und den gegnerischen Spielerzug höchstwahrscheinlich nicht überleben würde, kann man durch ein erneutes Eingraben dazu verhelfen, einen weiteren Spielzug oder vielleicht auch das ganze Spiel zu überleben. Ein Morgon mit einem Lebenspunkt kann genauso gut Durchbruch erzielen wie jede andere Einheit.

Für Turnierspieler ist es beim Einsatz von Morgonen wichtig, die Zeit im Auge zu behalten und abschätzen zu können, wie viele Spielzüge noch zu spielen sind, denn ein Morgon, der sich zum Spielende noch in der aktiven Reserve befindet, gilt als zerstört. Da hilft es auch mal, laut nachzudenken und sich mit seinem Gegenüber abzustimmen, wie viele Runden noch gespielt werden.

Alles in allem ist der Morgon eine Superauswahl, die einem Tyranidenspieler sehr viel Flexibilität bietet. Mein persönliches Fazit: Im Zweifelsfall sollte man das Risiko eingehen, auf der Schockmissgeschicktabelle würfeln zu müssen, denn ein Morgon kann jeden Gegner aus dem Konzept bringen. Die Sonderregel Schrecken aus der Tiefe macht ihn zu einem einzigartigen Modell mit einer ganz eigenen Spielweise im 40K-Regelsystem.

Mit freundlichen Grüßen
kleiner gargoyle

 

 

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