Tabletop Hobbyblog

Tabletop-Reflektionen Sommer 2015: Age of Sigmar, 40K und Tyraniden

Die Neuauflage von Fantasy, Age of Sigmar, ist in aller Munde. Age of Sigmar scheint der totale Neustart von Warhammer Fantasy zu sein. Zuerst fallen die Rundbasen ins Auge. Mein allererster Kontakt zu Warhammer und dem Tabletop-Universum begann mit einer Bretonen-Armee, natürlich auf eckigen Basen. Geht es nur mir so, oder bieten die neuen Modelle wunderbare Möglichkeiten, sie in 40K-Modelle, z.B. die ursprünglichen Space Marines, umzubauen.

Aber nochmal zurück zu den Basen. Games Workshop (GW) hat eindeutig geschrieben, dass Modelle sowohl auf eckigen als auch auf runden Basen gespielt werden können und sollen. Des Weiteren sollen alle älteren Modelle Regeln bekommen und auch im neuen Age of Sigmar Gabriel einsetzbar sein; nach Merkel muss ja noch was kommen, oder? Naja, lassen wir die Politik hier lieber außen vor.

Für GW vereinfachen die Rundbasen für sämtliche Systeme natürlich die Produktion, und die Kollektionen gewinnen dadurch ein einheitliches Erscheinungsbild nach dem Motto: wenn 40K cool ist, muss es Fantasy ja auch sein. Wir setzen einmal voraus, dass Age of Sigmar sich im kompetitiven Umfeld und in Turnieren durchsetzt, dann muss allerdings jedem klar sein, dass der Trend in Richtung Rundbasen gehen wird und diese über kurz oder lang die Norm sein werden. Der Bestand von Modellen auf Eckbasen wird von nun an abnehmen und der Bestand von Modellen auf Rundbasen zunehmen. Spätestens wenn die nächste Edition von Fantasy veröffentlicht wird, werden Rundbasen vorgeschrieben sein. Mark my words.

Mit dem kompletten Neustart von Warhammer Fantasy scheint nun definitiv der Moment gekommen zu sein, der über die Zukunft des Systems entscheiden wird. Diese Feststellung ist erstmal vollkommen wertungsneutral. Age of Sigmar weckt sogar mein Interesse, der Entwicklung von Fantasy mehr Beachtung zu schenken. Ein Beitrag auf Bell of Lost Souls (http://www.belloflostsouls.net/2015/07/fantasy-wargaming-competition-mantic-vs-gw.html) erklärte nun den Wettkampf zwischen den Fantasy-Systemen von Mantic und GW für eröffnet. Wie auch immer, GW musste m.E. etwas Drastisches tun, da die Verkaufszahlen für Fantasy denen von 40K weit hinterher hinken. Sich nur auf 40K zu verlassen, kann nicht im Interesse von GW sein. Die schlechten Verkaufszahlen für Fantasy hat sich GW allerdings aufgrund von total eskalierenden Regeln und schwindendem taktischen Tiefgang selbst zuzuschreiben, denn die meisten Modelle sehen super aus! Es bleibt zu hoffen, dass GW daraus insbesondere für 40K Lehren zieht.

Begrüßenswert ist, dass alle Regeln für Age of Sigmar kostenlos erhältlich sein sollen. Das ist eine überaus kluge Entscheidung, da dies die Bekanntheit eines Spielsystems ungemein fördern kann. Das spricht übrigens auch Bände über den aktuellen Stand von Fantasy. Zusätzlich besteht nun die Möglichkeit für GW, Regelausreißer zeitnah zu beheben und so kann, falls gewünscht, ein besseres Balancing erzielt werden. Das ist übrigens auch ein Schritt, der für 40K eingeführt werden sollte und auch kommen wird. Denn schon jetzt sind auch aufgrund der rapiden Veröffentlichungen von GW die Wenigsten gewillt bzw. in der Lage, alle Jahre neue Kodex- und Regelbücher zu kaufen. Wie man es auch finden mag, schon jetzt ist das Internet überschwemmt von pdfs der GW-Veröffentlichungen. GW wird auch zunehmend in Argumentationsschwierigkeiten kommen, warum man sich gefühlt jedes Jahr neue Bücher kaufen soll, die nur minimale Regelanpassungen beinhalten; da können die Bilder noch so gut sein. Soweit meine Meinung dazu.

Vergangenes Wochenende habe ich übrigens meine ersten 40K-Spiele im Jahr 2015 während eines selbstorganisierten Turniers gemacht. Ich habe versucht, das Stärkste was Tyraniden zu bieten haben, aufzustellen. Hier die Liste (es waren nur maximal 2 Quellen bzw. Formationen erlaubt, aber nicht 2 Armeeorganisationspläne):

Kombiniertes Kontingent: Tyraniden

*************** 2 HQ ***************

Schwarmtyrant, Flügel KRIEGSHERR

+ 2 x sync Neuralfresser mit Hirnwürmern -> 30 Pkt.

– – – > 230 Punkte

Schwarmtyrant, Flügel

+ 2 x sync Neuralfresser mit Hirnwürmern, Schockmaden -> 40 Pkt.

– – – > 240 Punkte

*************** 3 Elite ***************

1 Schwarmwache, 1 x Harpunenkanone

– – – > 55 Punkte

1 Liktor

– – – > 50 Punkte

1 Malanthrope

– – – > 85 Punkte

*************** 3 Standard ************

10 Termaganten, 5 x Bohrkäferschleudern, 5 x Neuralfresser

– – – > 60 Punkte

10 Termaganten, 10 x Bohrkäferschleudern

– – – > 40 Punkte

3 Absorberschwärme, Schocken

– – – > 45 Punkte

*************** 3 Unterstützung ********

1 Biovore

– – – > 40 Punkte

Tyrannocyte

– – – > 75 Punkte

Tyrannocyte,

– – – > 75 Punkte

 

Formation Skyblight Swarm:

Schwarmtyrant, Flügel

+ 2 x sync Neuralfresser mit Hirnwürmern, Schockmaden -> 40 Pkt.

– – – > 240 Punkte

10 Gargoylen

– – – > 60 Punkte

10 Gargoylen

– – – > 60 Punkte

10 Gargoylen

– – – > 60 Punkte

Harpyie, Synchronisierte Schwere Biozidkanone

– – – > 140 Punkte

Harpyie, Synchronisierte Schwere Biozidkanone

– – – > 140 Punkte

Schwarmdrude

– – – > 155 Punkte

Gesamtpunkte Tyraniden : 1850

Nachfolgend unsere experimentellen Missionsregeln, die einen klaren Fokus auf das Punkten während des Spiels legen sollten.

„1. Mission:
Aufstellung: Konfrontation (Aufmarsch mit einer Aufstellungszone von 15 Zoll)
Primär: 5 Missionsziele (MZ)
1 MZ wird auf dem Spielfeldmittelpunkt platziert, Wert 2 Siegespunkte.
4 MZ werden in jeder Spielfeldecke (auf 6Zoll x 6Zoll aufgestellt) platziert, jeweils 1 Siegespunkt wert.
Die Siegespunkte werden am Ende des 2., 4. und 6. Spielzuges gewertet.

2. Mission:
Aufstellung: Feindberührung
Primär: 3 Missionsziele
3 MZ sind gleichmäßig auf der Spielfelddiagonalen zu verteilen. Jedes ist 1 Siegespunkt wert.
Ab der 2. Runde können die eigenen Einheiten am Ende des eigenen Spielerzuges punkten.

3. Mission:
Aufstellung: Aufmarsch
Primär: 4 Missionsziele
4 MZ werden in jeder Spielfeldecke (auf 12Zoll x 12Zoll aufgestellt) platziert.
Die MZ in der eigenen Aufstellungszone sind jeweils 1 Siegespunkt wert.
Die MZ in der gegnerischen Aufstellungszone sind jeweils 3 Siegespunkte wert.
Ab der 2. Runde können die eigenen Einheiten am Ende des gegnerischen Spielerzuges punkten.

Sekundär für alle Missionen und Tiebreaker:
+1 Erster Abschuss (kann im selben Spielzug ausgeglichen werden)
+1 Töte den Kriegsherrn
+1 Durchbruch
+1 Auslöschen der gegnerischen Armee*

*Wird eine Armee vollständig ausgelöscht, endet das Spiel am Ende des Spielerzuges sofort.

Prozentuale Wertung.“

Ich persönlich, das ist klar, mag die Idee, während des Spiels zu punkten, sehr. Die obigen Missionen sollten auf jeden Fall versuchen, einen faireren Ansatz  des Während-des-Spiels-Punkten zu finden, als dies bei Mahlstrom der Fall ist. Hier gibt es natürlich noch Verbesserungspotential und unzählige weitere Ansätze. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt! Total neu für 40K-Spieler ist die Regel, dass das Spiel am Ende des Spielzuges endet, wenn man den Gegner komplett auslöscht. So kann der unterlegene Spieler versuchen, das Spiel frühzeitig zu beenden, indem er seine letzten Truppenreste in das gegnerische Abwehrfeuer und in aussichtslose Nahkämpfe schickt.

Auf dem Turnier konnte ich die Nahkampfstärke der neuen Harlequine erleben und gewann sogar relativ hoch gegen Tau. Das Ergebnis hat dann nach 2 Siegen und einer Niederlage für das Mittelfeld gereicht und ich war vollauf zufrieden. Der Skyblight Swarm ist m.E. immer noch das Beste, was Tyraniden bieten können. Eine Malanthrope ist eine Toxotrophe auf Steroiden und natürlich super. Durch ihr verbessertes Profil und die zusätzlichen Sonderregeln bringt sie einfach viele Optionen, die eine normale Toxotrophe normalerweise nie bedienen könnte.  Das Turnier hat sehr viel Spaß gemacht, man hat neue Anregungen bekommen und vor allem neue Tabletop-Spieler kennengelernt.

Ich muss sagen, ich bin viel entspannter geworden, was mein Ranking anbelangt, mal abgesehen davon, dass ich inzwischen sowieso richtig „abgerutscht“ bin. Zu meiner besten Zeit war ich 118 in Deutschland. Allerdings habe ich dann festgestellt, dass man einiges an finanziellem (u.a. Armeen und Turnieranreise) und zeitlichem Engagement aufbringen muss, um richtig in die Top 100 vorzustoßen; beides habe ich wohl nicht. Insbesondere empfinde ich die Tyraniden zunehmend als zu eindimensional, d. h. gegen einige Armeen sind die Flugtyranten halt sehr gut, gegen andere Armeen scheinen die Tyraniden einfach aufzurauchen. Allerdings beeinflussen die vielen Veröffentlichungen das Meta, und nur wenige rechnen noch mit Tyraniden auf einem Turnier. Dies ist ein ungemeiner Vorteil, den es auszunutzen gilt.

Schönes Wochenende

-kleiner gargoyle

 

 

 

 

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Eine Antwort

  1. Pingback: Age of Sigmar: Hat AoS mit Beschränkungen und Szenarien eine Zukunft? | Kleiner Gargoyle

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