Tabletop Hobbyblog

Age of Sigmar: Hat AoS mit Beschränkungen und Szenarien eine Zukunft?

Ihr werdet es gemerkt haben. Age of Sigmar (AoS) beschäftigt mich zurzeit. Ich bin quasi gerade im AoS-Fieber und freue mich total, dass meine Bretonen nach irrsinnig langer Zeit (rund 20 Jahren) aus Ihrem Koffer dürfen. Meine Empfehlung an alle Warhammer-Spieler, die noch eine Fantasy-Armee im Schrank oder Keller stehen haben, holt sie raus und probiert AoS einmal aus. Es gibt so einiges an dem neuen AoS-Set und der Kommunikation von GW auszusetzen (siehe die vorherigen Beiträge, Links unten), aber im Moment bin ich davon überzeugt, dass das mit AoS was wird, etwas sehr Gutes. Natürlich habe ich mir mit den wenigen Testspielen noch lange keinen Überblick verschaffen können, aber das Spiel hat sehr viel Potential!

Das Spiel ist einfach und intuitiv ohne zugleich stupide zu sein, denn ein kompliziertes Spiel ist nicht unbedingt immer besser. Einheiten werden zwar nicht abwechselnd aktiviert, dafür werden aber die Nahkämpfe im Wechsel durchgeführt. Hier ist einiges an Taktik möglich. Besonders gute Einheiten sollte man z.B. nur in der Runde angreifen, in der man nur diesen einen Nahkampf durchführt. Das Erreichen dieses gewissen Erstschlags muss man sich zuerst erspielen. Außerdem unterstützen sich Modelle in den Armeen oder deren Sonderregeln bauen aufeinander auf. Diese Synergien kann man z.B. sehr gut bei den Bretonen sehen.

Natürlich braucht das Spiel noch Balancing und Szenarien, aber daran wird schon gefeilt. Siehe z.B. http://www.belloflostsouls.net/wp-content/uploads/2015/07/Age-of-Sigmar-Errata-and-Scenarios.pdf. Entweder GW legt noch was nach oder Fans werden das Spiel über Lebenspunkte und Einheitentypen wunderbar balancen können. Die Szenarien im oben beschriebenen Link sind teilweise mit Warmachine/Hordes vergleichbar, und auch ansonsten spielt sich AoS hier und da etwas wie Warmahordes. Es sei allerdings gesagt, ich habe keine nennenswerte Erfahrung mit Warmahordes, abgesehen von einer Handvoll Spielen. Auch die Synergien, zumindest bei den Bretonen, fühlen sich für mich nach Warmahordes an. Bei AoS ist auch das Erspielen eines gewissen Erstschlages sehr wichtig, wieder wie bei Warmahordes.

Durch die komplette Umwandlung von Flächenwaffen in W3 und W6 ist das Spiel mit Eckbasen in Formation und Rundbasen wunderbar kompatibel. Ob ein Modell auf einer Eckbase oder Rundbase steht, ist letztendlich sowieso egal. Das habe ich von dem Spiel SAGA gelernt. Allerdings wird es sich hoffentlich durchsetzen, dass von Base zu Base gemessen wird, und deshalb sollte sich das Volumen der Modelle aus der Grundfläche ihrer Base sowie einer angemessenen Höhe ergeben. Auf diese Weise werden auch Probleme, die besonders große oder kleine Modelle mit sich bringen, geschickt umgangen, so wie dies auch schon in Systemen wie Warmahordes oder Bushido gemacht wird. Modellieren, um einen Vorteil im Spiel zu erhalten, ist dann nicht mehr möglich.

Eine kleine aber positive Änderung hat sich beim Rennen eingeschlichen. Einheiten rennen jetzt in der Bewegungsphase. Das ist aus zwei Gründen sehr gut. Erstens muss man die Einheit nur einmal bewegen, das vereinfacht den Ablauf und beschleunigt das Spiel. Zweitens muss man sich jetzt im Vorhinein überlegen, was welche Einheiten machen müssen. Nicht wie bei 40K, wo man schießt und nur, wenn es keine Ziele mehr gibt, einige Einheiten noch rennen lässt. Bei AoS muss man nun genauer planen, welche Einheiten rennen, schießen oder in den Nahkampf gehen sollen.

Des Weiteren werden besonders harte Monster/ Brocken wie King Louen Leoncoeur etwas abgeschwächt, sobald diese bzw. ihre Reittiere Lebenspunktverluste erleiden. Diese Tendenz hätte ruhig noch ein bisschen stärker sein können, da, wie ich finde, die Abschwächungen eher geringe Auswirkungen haben, aber sie sind ein sinnvoller Anfang.

Auch ist das Spielen mit Beschränkungen und Szenarien unabdingbar. Das Konzept von 40K, dass die Spieler einfach abwechselnd Einheiten aufstellen und die Siegoption „Sofortiger Sieg“ Balancing in das Spiel bringen soll, ist völliger Unsinn. Sobald ein Spieler aufhört, Modelle aufzustellen, wird sein Gegenüber sofort ausrechnen, wie viele Modelle er aufstellen kann, um unterhalb der 33,33% (ein Drittel) Marke zu liegen. Wie schaffe ich es, meinem Gegner auch nur den Hauch einer Chance einzuräumen, wenn er mich bittet mehr Modelle oder vielleicht sogar meine gesamte Armee, aufzustellen, um eine heroische Schlacht zu spielen? Er wird kaum eine Chance haben! Also, die „Sofortiger Sieg“-Option einfach weglassen und stattdessen über Lebenspunkte und Einheitentypen Balancing in das Spiel bringen, sodass beide Spieler das Spiel mit möglichst ebenbürtigen Armeen beginnen.

Das Erwürfeln der Initiative zu Beginn jeder Runde ist nichts Neues. Das gibt es auch bei Skirmishern wie Bushido und Malifaux. Allerdings ist auch dieser Mechanismus für AoS unangebracht, denn im Gegensatz zu Bushido und Malifaux, wo man einzelne Figuren aktiviert, aktiviert man bei AoS ja seine gesamte Armee. Der Spieler, der als erster der Glückspilz ist und zweimal hintereinander seine Armee aktivieren darf, hat einen so großen Vorteil, dass er praktisch schon fast gewonnen hat.

Fazit: Mit Beschränkungen und Szenarien hat AoS sehr viel Potential.

Hier eine Übersicht meiner anderen AoS-Beiträge:

1. Tabletop-Reflektionen Sommer 2015: Age of Sigmar, 40K und Tyraniden

2. Age of Sigmar Rezension: meine Einschätzungen nach den ersten Spielen

3. Age of Sigmar: Tournament rules and scenarios!

Mit freundlichen Grüßen

-kleiner gargoyle

Advertisements

Eine Antwort

  1. Sehr schön geschrieben! Mir als Anfänger ohne Vergleich gefällt AOS auch sehr gut. So langsam liest man auch immer mehr Positives. Ich hoffe AOS gewinnt noch mehr Akzeptanz und Anhänger, damit man genug Mitspieler hat.

    30. Januar 2016 um 23:38

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s