Tabletop Hobbyblog

Jahresrückblick 2015 und was die Zukunft bringen mag

Im Jahr 2015 gespielte Partien:

  • Malifaux: 29 (2 Turniere à 3 Spiele)
  • 40K: 13 (4 Turniere à 3 Spiele)
  • Bushido: 10
  • Blood Bowl: 9
  • Age of Sigmar (mit Regeländerungen): 5
  • Saga Dungeon von Mantic: 3
  • Warmachine Hordes: 2

Spieltage: insgesamt 43

Diesen Überblick habe ich aus meinem Spieletagebuch. Ich kann das Führen eines Spieletagebuches, in dem man kurz die Eckdaten gemachter Spiele festhält, nur empfehlen. Man erhält so eine gute Übersicht, welche Spiele man wie oft spielt und kann auf diese Weise besser die eigenen Aktivitäten einschätzen. Z. B. ist es bei 13 Partien 40K total utopisch, ein guter Turnierspieler sein zu wollen. Da ich seit Dezember 2014 bei Malifaux eingestiegen bin und es am häufigsten spiele, ist es mir eine Überlegung wert, eher zwei neue Malifaux-Banden zu kaufen anstatt einen Eldar Phantomritter, weil ich mit den Malifaux-Figuren mehr spielen werde. Diese und andere Grübeleien lassen sich anhand eines Spieletagebuches besser beantworten, da man die eigenen Gedanken so mit Informationen untermauert.

2015 war für mich also ein Malifaux-Jahr. Als eine immer wiederkehrende Konstante hat sich Blood Bowl etabliert. Das Spiel ist wie Fahrradfahren, sobald man es einmal gespielt hat, hat man die Grundmechaniken drauf und Spaß macht es auch. Eine kleine Blood Bowl Liga ist super für das Spiel zwischendurch. Blood Bowl spiele ich aber nicht über das ganze Jahr hindurch, sondern auf die wenige Monate konzentriert in denen die Ligen laufen.

Das Veröffentlichungsziel von Age of Sigmar ist mir immer noch unergründlich, weil das Spiel unfertig bzw. mit den Grundregeln alleine nicht zu spielen ist. 2 der 4 Seiten Grundregeln kann man einfach getrost wegstreichen, weil das Spiel sonst zur absoluten Farce für jeden Tabletop-Spieler wird. Was dann bleibt, ist die Notwenigkeit, Punktsystem, Beschränkungen und Klarstellungen sowie Missionen einzuführen. Das wiederum zeigt, wie unfertig das System wirklich ist. Für Neueinsteiger ist der Einstieg sehr leicht und das ist gut so, aber insbesondere bei Anfängern führen die Regelunklarheiten und die fehlende Balance schnell zu Frustration. Alleine die Beschwörungsmechanik ist einfach nur „broken“ . Nach dem Motto: „Ach du spielst mit Beschwörern, ich nicht, gut, dann hast du gewonnen. Glückwunsch. Danke für das spannende, nicht gespielte Spiel!“. Was ist das Ziel von AoS? Die fehlende Kompetenz von GW, gute Spielregeln zu schreiben, zu unterstreichen? Und das obwohl insbesondere die einfachen Regeln einiges an Potential haben. Inzwischen gibt es jedoch einige Erweiterungen (Azyr Comp, SKD, Age of Combat,
Clash Comp, Regensburger WarScroll-System…), mit denen AoS Spaß machen kann. Wer Freude an einer schnellen Schlacht mit einfachen Regeln hat, für den ist AoS mit Erweiterung durchaus ein Versuch wert. Allerdings kann man schon diskutieren, inwieweit es sich dabei noch um AoS handelt. Dann kann man auch gleich ein anderes vom Hersteller unterstütztes Fantasy-System, z.B. Kings of War von Mantic, spielen, vielleicht auch mit GW-Modellen. Bisher kann man AoS eigentlich nur als Bankrotterklärung von GW ansehen oder als Eigentor, 1:0 für Mantic. Mit AoS hat GW die Regelhoheit über Fantasy verloren. Regeln und Erweiterungen werden nun von Fans geschrieben, und andere Hersteller nehmen Fantasy-Armeen ganz unverhohlen in ihre Systeme auf und stellen somit eine Fantasy-Alternative zur Verfügung. Das kann doch nicht wirklich im Interesse von GW liegen? Die Fan-Community hat Fantasy schon weitergeschrieben und einfach kurzerhand „the 9th Age“ ausgerufen.

Mit all dem muss GW sich bei der Weiterentwicklung nun auseinandersetzen. Letztendlich sollten sich die Spieler aber auch aufregen, denn GW entzieht sich „seiner Verantwortung“, brauchbare Regeln für seine Modelle herauszugeben. GW macht jetzt ganz offensichtlich, was sie schon immer waren: Miniaturenhersteller und keine Spielehersteller. Das kann man natürlich so machen. Nur müssen Spieler das von nun an im Hinterkopf behalten. Und was diese gesamte Entwicklung für 40K bedeuten könnte oder was nicht, darüber könnte man noch viel mehr spekulieren und diskutieren.

Im Tabletop-Fantasy-Bereich hat man nun in Zukunft die Wahl zwischen Fan-gemachten Regelwerken oder Regelsystemen, die von kleineren Herstellern unterstützt werden. Eigentlich sehe ich es als Grundvoraussetzung an, dass ein Hersteller für seine Miniaturen ein brauchbares Regelsystem schreiben lässt, damit er so mehr Figuren verkaufen kann (Gestalter, Maler plus Spieler). Die Produktion eines brauchbaren Regelsystems benötigt Ressourcen, z.B. in Form von Zeit, die sich Hersteller einkaufen müssen. Die Fan-Community kann dies auch, aber wie sehr aktive Mitglieder ein Regelprojekt unterstützen können, schwankt oft schon während des Entwicklungsprozesses. Auch deshalb können vom Hersteller unterstützte Spiele eine konstantere Bilanz vorweisen. Nichtsdestotrotz war der Einfluss der Fan-Community auf den Tabletop-Fantasy-Bereich nie größer als jetzt. Durch den nun Einflussverlust von GW wird dies auch in Zukunft erst einmal so bleiben. Die Vielzahl der Fantasy-Spielsysteme birgt aber auch die Gefahr der Zersplitterung der Spielerschaft. Auf jeden Fall hat das Jahr 2015 unglaubliche Veränderungen im Fantasy-Bereich gebracht. Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung.

Ausblick auf das Jahr 2016

Der Blog ist inzwischen 2 Jahre alt und hat mehr als 30.000 Aufrufe. Für euer Interesse möchte ich mich bedanken und ich hoffe, dass euch das Lesen meiner Beiträge Spaß gemacht hat. Der ursprüngliche Schwerpunkt des Blogs lag auf den Tyraniden, aber in der Zwischenzeit ist vieles dazu gekommen. Als Spieler und Schreiberling ist es interessant zu sehen, welche Entwicklung man als Spieler durchmacht. Einen Großteil des Jahres 2015 hatte ich mich ganz von 40K abgewandt, was vor allem mit der von mir empfundenen Einseitigkeit der Tyraniden zu tun hat. Auch die schnelle Abfolge der Veröffentlichungen und die zum Teil unausgewogenen Regeln bewegen mich dazu, den Ausbau meiner anderen 40K-Armeen (Space Marines, Chaos, Dark Eldar, Eldar, Orks und Sororitas) nur ganz gemächlich voranzutreiben bzw. gar nicht.

Als Resultat habe ich im Jahr 2015 viel herumexperimentiert. Ich habe auf Englisch und Deutsch geschrieben, habe viele verschiedene Systeme ausprobiert und dann über einige geschrieben. Ein generelles Interesse an Tabletop-Systemen und deren Regeln ist dadurch bei mir geweckt worden und deshalb werdet ihr immer wieder Beiträge über unerwartete Tabletop-Themen auf meinem Blog lesen können.

Weiterhin werde ich auch Beiträge zu 40K veröffentlichen. Tyraniden, Space Marines, Dark Eldar und Eldar stehen dabei im Vordergrund. Jede Tyraniden-Veröffentlichung werde ich gespannt verfolgen. Meine Beiträge dazu werde ich wie gewohnt vornehmlich auf Deutsch schreiben. Verstärkt wird der Schwerpunkt aber auch auf anderen Tabletop-Systemen liegen, u.a. Blood Bowl, Bushido, Frostgrave, Kings of War, Malifaux, X-Wing, SAGA. Beiträge zu anderen Systemen werde ich auf Deutsch sowie Englisch verfassen. Bei Bushido und Malifaux macht es z.B. eher Sinn, diese auf Englisch zu verfassen.

Bushido genießt in Deutschland leider keine große Aufmerksamkeit, obwohl ich das Spiel aktuell als einen versteckten Champion unter den Tabletop-Systemen bezeichnen würde. 2014 war Bushido mein Spiel des Jahres. Ganz anders verhält es sich mit Malifaux! Malifaux ist in Deutschland gerade sehr im Kommen. 2015 war Malifaux auch deshalb mein Spiel des Jahres. Da die Regeln nur auf Englisch erhältlich sind, macht es Sinn, dass ich Beiträge zu Malifaux eher auf Englisch verfasse. Das Jahr 2016 wird m.E. in Deutschland Malifaux, Kings of War und X-Wing gehören. Kings of War und X-Wing möchte ich deshalb auch unbedingt demnächst ausprobieren. Was für Malifaux spricht, werde ich auf diesem Blog in Zukunft stärker beleuchten. Meiner Einschätzung nach werden sich alle drei Systeme neben 40K und Warmahordes auch zunehmend in der Turnierszene durchsetzen.

Kurzum: Tabletop ist einfach ein tolles Hobby, und ob das Modell einen Bolter oder ein Schwert in der Hand hält, ist für mich erst einmal zweitrangig. Ich wünsche weiterhin viel Spaß beim Püppchen schieben und beim Lesen des Blogs.

Ein frohes Jahr 2016

-kleiner gargoyle

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