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8. Edition Warhammer 40K und Tyraniden: Erste Einschätzungen

Veränderung hält Einzug in das 40K-Universum. Am 22.04.2017 hat Games Workshop(GW) die Veröffentlichung der 8. Edition angekündigt. Dem Vernehmen nach soll die neue Edition zwischen dem 10. und 17. Juni erscheinen.

Was ist neu? Als Erstes wäre die Marketingkampagne von GW zu nennen. Wir bekommen die Informationen direkt von GW und nicht mehr über „geleakte“ Inhalte (obwohl dies durchaus auch von GW gesteuert werden kann). Insgesamt ist die neue Einstellung GWs gegenüber seinen Kunden erfrischend. Man scheint den Dialog wieder zu suchen. Es bleibt zu hoffen, dass dies eine dauerhafte Veränderung ist.

Warhammer 40K wird wohl kein Age of Sigmar(AoS), dennoch nähern sich viele Mechanismen AoS an. 40K hatte ein Problem mit seinen ausufernden Regeln, die das Spiel zu stark in die Länge gezogen haben. Eine 1750- oder 1850-Punkte-Partie war in der Regeln kaum in 3 Stunden zu schaffen oder war spätestens nach der 2. Runde für einen der 2 Spieler vorbei. Letzteres hat natürlich mit dem Power Level der Einheiten zu tun, das mit Neuerscheinungen immer weiter zugenommen hat.

Am Tag der Veröffentlichung der 8. Edition sollen alle Völker mit Regeln versorgt werden. Eine 1500-Punkte-Partie soll zukünftig ca. 90 Minuten dauern. Das bedeutet zweierlei. Erstens werden alle Spieler den „gleichen“ Regelstand für ihre Armeen haben. Das ist sehr begrüßenswert. Zweitens, einiges wird am Spiel vereinfacht werden müssen, um zu der Zeitersparnis zu führen. Meines Erachtens wird sich vieles vereinfachen. Ob dies nun zu einem besseren oder schlechteren Spiel führt, würde ich erst nach einigen Testspielen sagen wollen.

Quelle: Games Workshop 2017, https://www.warhammer-community.com/

Quelle: Games Workshop 2017, https://www.warhammer-community.com/

Einheitenprofile/ Unit Profiles

Die Einheitenprofile haben sich etwas verändert. Kampfgeschick (KG/ WS) und ballistische Fähigkeit (BF/ BS) führen nun den zu erreichenden Würfelwurf auf. Beim KG heißt das, dass man alle Gegner immer gleich gut trifft, es sei denn die Gegner verfügen über etwaige Sonderregeln. Der Initiativewert fällt weg. Angreifer schlagen nun immer zuerst zu. Nach eigener Aussage, möchte GW insgesamt den Nahkampf wichtiger machen. Alle dies könnten den Nahkampfeinheiten der Tyraniden zu Gute kommen.

Die große Veränderung: Fahrzeuge haben nun das gleiche Profile wie Infanterie. Es gibt also keine Panzerungswerte mehr. Ohne weitere Informationen zu haben, legt dies nahe, dass die Ausrichtung eines Fahrzeugs zukünftig egal sein könnte. Das fände ich dann doch schade, weil damit ein kleiner taktischer Aspekt wegfällt. Auf der anderen Seite begrüße ich das einheitliche Profil sehr, denn ich habe in der Vergangenheit sehr kritisiert, wie wenig Tyraniden gegen Fahrzeuge ausrichten können (abgesehen von den fliegenden Schwarmtyranten mit Schockmaden natürlich, aber auch die können einem Droppod- oder Rhinospam nicht Herr werden). Zukünftig werden also alle Einheiten das gleiche Profil haben. Dies sehe ich als einen möglichen Gewinn für die Tyraniden an.

Letztendlich müssen natürlich Punkte und Profilewert der Einheiten stimmen. Es hängt eigentlich alles vom Balancing der neuen Edition ab. Da monströse Kreaturen in der Regel teurer als ein Dreadnought sind, sollten sie dementsprechend auch ein vergleichbares Profil haben. Ein Carnifex mit 4 Wunden sollte definitiv der Vergangenheit angehören. Somit treten monströse Kreaturen hoffentlich bald gleichberechtigt mit Fahrzeugen auf.

Waffen/ Weapons

Die Änderung, auf die ich hier Bezug nehmen möchte, ist der Wegfall sämtlicher Schablonen. Zukünftig verursachen besonders starke Waffen im 40K-Universum W3 und W6 Schadenspunkte pro Treffer. Das ist eine Mechanik, die von AoS übernommen wurde und das Spiel beschleunigen wird. Man muss nicht mehr fummelig mit Schablonen hantieren und besprechen, wie viele Modelle betroffen sind. Eine Veränderung, mit der man sich gut abfinden kann. Allerdings muss man die Zufälligkeit der W3- und W6-Würfe mögen. Hier können einige Ausreißer nach oben in den ersten Runden das Spiel eventuell stark beeinflussen oder sogar zum Kippen bringen. Zusätzlich muss man nun nicht mehr auf einen Mindestabstand der Modelle achten. In der Vergangenheit wollte man seine Modelle ungern Base an Base stellen, sobald der Gegner über Schablonenwaffen verfügte. Das fällt zukünftig wohl komplett weg.

Bewegung/ Movement

Das Rennen wurde nun in die Bewegungsphase überführt. Dies beschleunigt das Spiel ungemein, da man die Modelle nur noch einmal anfassen muss. Das ist eine sehr gute Veränderung, die ich mir als Tyranidenspieler schon lange gewünscht habe.

Psi-Phase/ Psychic Phase

Die Psi-Phase funktioniert zukünftig ähnlich wie Psi bei AoS, sofern ich das richtig in Erinnerung habe. Für eine erste Bewertung der Psi-Phase haben wir noch zu wenig Informationen. Allerdings wurde von GW schon angekündigt, dass jeder Psiker die Psikraft Smite kennt. Smite verursacht W3 (manchmal sogar W6) tödliche Wunden, gegen die keinerlei Schutzwürfe erlaubt sind. Das hat für Furore gesorgt, aber ich denke, dass die anderen Psikräfte bestimmt noch spielstärker sein werden; ganz nach GW-Manier.

Schussphase/ Shooting Phase

Zu guter Letzt, bei der Schussphase sind mir zum ersten Mal große Bedenken gekommen. Nein, es ist nicht die Tatsache, dass Schwere Waffen zukünftig nur mit einem -1 Modifikator schießen dürfen, obwohl auch das schon richtig heftig ist. Es ist vielmehr die neue Deckungswurfmechanik, die bedenklich ist.

Deckungswürfe funktionieren zukünftig nur noch als Modifikationssystem für den Rüstungswurf und stellen keinen eigenen Schutzwurftyp mehr da. Ich bin mir natürlich sicher, dass GW das Ganze gut ausbalanciert (hust*hoffentlich!*hust). Was bedeutet das? Schwere Waffen werden Deckung einfach durchschlagen, also aufgrund des Modifikationssystem mitunter quasi ignorieren. Als Tyranidenspieler habe ich hier große Bedenken, da einfache Tyraniden schlechte Rüstungswürfe haben und in der Vergangenheit stark auf Deckungswürfe angewiesen waren. Findet keine Neuausrichtung der Tyranidenarmee (was die Armee ausmacht) statt, werden Tyranidenhorden über „quasi“ offene Platten stürmen müssen, da Schwere Waffen Deckung quasi ignorieren werden (zusätzlich gibt es übrigens noch Waffen mit der Sonderregeln „Deckung ignorieren“). Letztendlich werden Deckungswürfe wohl insgesamt nicht mehr ihren Zweck erfüllen können. Monströse Kreaturen der Tyraniden brauchen wohl zukünftig auch Rettungswürfe!

Fazit

Natürlich ist es noch viel zu früh, um eine abschließende Bewertung abzugeben. Fest steht jedoch schon jetzt: 40K wird sich stark verändern. Letztendlich hängt alles vom Balancing der Einheiten und Armeen ab. Nur wenn Profilwerte und Sonderregeln mit Punktkosten übereinstimmen, haben die Spieler auch künftig Spaß. Insbesondere für die Tyraniden erhoffe ich mir eine Neuausrichtung des Armeekonzepts. Die Tyraniden haben eine Fülle von Einheiten, die nie oder nur sehr selten in die Schlacht geführt wurden, weil sie keine Aufgaben oder schlechte Regeln haben. Für diese Einheiten müssen sinnvolle Konzepte entwickelt werden. Ich bin also sehr gespannt auf die 8. Edition. Am meisten interessiert mich natürlich, wie sich Tyraniden zukünftig spielen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

-kleiner gargoyle

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6 Antworten

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  5. Klingt alles recht vielversprechend, aber ich lass mich überraschen. Zwar wird mich GW nicht wieder an den 40K Tisch bringen, freue mich aber für alle 40K Spieler, wenn es gut wird.

    3. Mai 2017 um 19:57

  6. Pingback: 8. Edition Warhammer 40K: Zusammenfassung der GW-Teaser | Kleiner Gargoyle

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