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Tyraniden FAQ 12/2017 (8. Edition 40K)

Anfang Dezember 2017 hat Games Workshop das erste Regelupdate für den Tyraniden Kodex veröffentlicht. Alle FAQs sind auf der Warhammer-Community-Webseite unter https://www.warhammer-community.com/faqs/(deutsch: https://www.warhammer-community.com/faqs/) zu finden. Das Tyraniden-FAQ ist unter https://whc-cdn.games-workshop.com/wp-content/uploads/2017/12/warhammer_40000_tyranids_en.pdf (deutsch: https://whc-cdn.games-workshop.com/wp-content/uploads/2017/12/warhammer_40000_tyranids_en.pdf) zu finden.

Allerdings bringt das Regelupdate nicht wirklich viel Klarheit sondern wirft neue Fragen auf. Insgesamt ist das Regelupdate eher enttäuschend, denn es enthält fast ausschließlich Regelauslegungen, die die Tyraniden abschwächen. Z.B. hat Pheromone Trail derzeit keine Einsatzmöglichkeit mehr. Die neue Regelung zu Pheromone Trail besagt: Page 119 – Pheromone Trail Add the following sentence: ‘You cannot use this Stratagem to affect a unit of reinforcements being set up by the Genestealer’s Infestation ability, or that are added to your army due to a unit’s ability.’ Damit wäre die einzige (Infanterie-)Einheit, die in Reserve gehen darf und nicht selbstständig auf 9 Zoll zum Gegner aufgestellt werden kann, vom Gebrauch des Pheromone Trail ausgeschlossen. Ob Termaganten oder Hormaganten aus einem Trygon-Tunnel diese Fähigkeit nutzen dürfen, ist mir derzeit nicht ganz klar. Aber auch wenn, im Normalfall wäre diese Option sinnbefreit.

Endless Swarm (sowie Call the Brood & Sporefield) benötigt Verstärkungspunkte und dürfte damit komplett uninteressant sein. Die Punkte kann man stattdessen für eine Einheit in Reserve ausgeben, die auf das Spielfeld kommen kann ohne Voraussetzungen erfüllen zu müssen. Aus Call the Brood & Sporefield generierte Einheiten können nicht von der Schwarmflotten-Sonderregeln Gebrauch machen. Die Frage ist, wenn man schon Punkte für die Einheiten ausgeben muss, warum können diese nicht von den Sonderregeln Gebrauch machen?

Mehrere Waffenpaare müssen zwar bezahlt werden, geben aber nur eine zusätzliche Attacke. Eine zu erwartende Regelung. Man könnte es aber auch anders regeln und 2 zusätzliche Attacken zugestehen.

Wichtig ist auch folgende nicht offensichtliche Regelauslegung:

Q: If a unit has Advanced in a phase, and is given the opportunity to move again in the same phase, what is their Move characteristic?
A: Their Move characteristic for the second move would still be the value as modified from the Advance. For example, if a unit with a Move characteristic of 5″ Advances in a Movement phase, and the result of the dice rolled for the Advance is 4, its Move characteristic would be modified for that phase to 9″. As such, if it was given the opportunity to move again in that phase, its Move characteristic would still be 9″.

Fazit: Das Tyraniden-Regelupdate wirft neue Fragen auf und schwächt einiges leicht ab. Tyraniden können seit langem wieder gespielt werden, deshalb finde ich die Abschwächungen unnötig, denn andere Armeen verfügen über ebenfalls starke Optionen; wenn nicht stärkere. In welche Richtung GW die Tyraniden entwickeln wird, werden wir mit den großen FAQ-Updates, die für jeden März und September geplant sind, sehen.

Umgebauter Tyraniden Prime/Alphakrieger aus dem letzten Beitrag

Mit freundlichen Grüßen

-kleiner gargoyle

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Frohe Weihnachten 2017: Umbau Tyraniden Prime/Alphakrieger

Nachfolgend einige Bilder eines meiner beiden Primes mit Hornschwertern und Sensenklauen. Die Sensenklauen sind magnetisiert und können durch andere Waffenoptionen ersetzt werden.

Frohe Weihnachten

-kleiner gargoyle

Ergebnis: Mit Biovoren-Spam aufs 40K-Turnier (Teil 2, 8. Edition 40K)

Einleitung: Mit folgender Tyraniden-Liste habe ich mein erstes Turnier in der 8. Edition bestritten. Die Armee besteht aus zwei Teilen. Dem defensiven Teil aus Malanthrope und Biovoren bestehend und einem offensiven Teil mit vielen Genestealern, die schocken und die gegnerischen Truppen im Nahkampf vernichten soll. Um möglichst effektiv in den Nahkampf zu kommen, erhielten die schockenden Einheiten durch Schwarmflotte Behemoth die Sonderregel Angriffsbewegungen wiederholen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit stattdessen einen Befehlspunkt einzusetzen; falls ein Würfel eine 5 oder 6 zeigt, braucht man so nur den anderen Würfel neu auswürfeln.

Der defensive Teil der Armee hatte die Aufgabe in der eigenen Aufstellungszone Missionsmarker zu halten und Sporenminen auf die Gegner regnen lassen. Malanthrope (-1 aufs Treffen) und Schwarmflotte Leviathan (6+ Feel no Pain) sollten den doch etwas fragilen Biovoren bessere defensive Qualitäten verleihen. Dieser Ansatz ist auch vollkommen aufgegangen, denn ich allen 3 Turnierspielen haben Malanthrope und Biovoren überlebt. Maßgeblich war hier allerdings auch das Vorhandensein ausreichend großer Sichtlinienblocker, hinter denen sich die Biovoren-Artillerie gut verstecken konnte. Die Missionsmarker wurden möglichst weit voneinander platziert, um von der Mobilität der Tyraniden Gebrauch machen zu können. Die schockenden Einheiten kamen erst ab Runde 2 oder 3 auf das Spielfeld.

Die Gegner waren Skitarii, Dark Angels und Space Marines – alle Armeekonzepte waren im Kern Ballerburgen. Im Ergebnis habe ich 2 Spiele verloren und ein Unentschieden erreicht. In den ersten beiden Spielen gab es klare Momente in denen ich Spielfehler gemacht habe und das Spiel zu meinen Ungunsten gekippt ist. Im dritten Spiel hatte ich von Anfang an nur Pech, der Gegner hatte eine Seite mit 4 Missionszielen und konnte fortlaufend Missionskarten erfüllen, während ich praktisch keine erfüllen konnte. Insgesamt hat mir das Turnier aber sehr viel Spaß gemacht und ich habe einiges gelernt. Mein Ergebnis hat mehr mit meiner mangelnden Erfahrung mit der 8. Edition, die einiges an Umdenken erfordert, zu tun, als mit der Spielstärke der Tyraniden. Die Tyraniden haben einen soliden Kodex mit vielen guten Möglichkeiten erhalten, ob das ausreicht, um an der Spitze der Nahrungskette zu stehen, dazu nachfolgend meine ersten Eindrücke.

Gelände in der 8. Edition: Mir ist während des Turniers aufgefallen, dass im Grunde genommen nur noch große sichtblockierende Ruinen eine Rolle spielen und ausschlaggebend für interessante Spiele sind. Alle anderen Arten von Gelände und insbesondere kleine Geländestücke (wenn auch oft schön aussehend) sind unter spielerischen Gesichtspunkten quasi überflüssig bzw. sind alleine nicht ausreichend. Jede Ruine sollte zumindest im Erdgeschoss geschlossen sein, um Infanterie Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Ohne sichtblockierende Ruinen dominieren Ballerburgen und Armee, die aufs Auslöschen des Gegners spielen, das Spiel. Außerdem ist das Ziehen der Sichtlinien zu einem beliebigen Teil des Modells von großem Nachteil für die ausladenden Tyraniden-Modelle (z.B. geflügelter Schwarmtyrant).

Biovoren und Sporenminen: Die Taktik, den gegnerischen Vorstoß durch Sporenminen zu verlangsamen, hat gut funktioniert. Hierbei bewegen sich alle Biovoren in der Bewegungsphase ein bisschen, um schlechter zu treffen. Verfehlt eine Biovore ihr Ziel, werden Sporenminen bis zu 3 Zoll vor den gegnerischen Modellen aufgestellt und verhindern so einen Vorstoß. Zwischen 2 Sporenminen kann man 2,9 Zoll Platz lassen (verhindert so das Vorbeilaufen von Infanterie auf 1 Zollbasen). So kann man ein doch recht passables Hindernis aufbauen. Wichtig ist auch, jede Sporenmine ist eine einzelne Einheit. Dieser Ansatz hat im ersten Spiel meine Biovoren mehrere Runden lang vor dem Angriff infiltrierender Skitarii Vanguard beschützt. Insbesondere gegen elitäre Armeekonzepte können Biovoren den gegnerischen Truppen auch schmerzhafte Verluste zufügen.

Schockangriff: Genestealer sind aktuell das Herzstück einer Tyraniden-Armee. Eine Möglichkeit diese schocken zu lassen sind Trygons. Mit Schwarmflotte Behemoth und Adrenalindrüsen (Trygon) ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Angriffe erfolgreich sind, aber es gibt trotzdem Ausnahmen. Verfehlte Angriffe führen meist zu erheblichen Verlusten. Zusätzlich sollten insbesondere Tyraniden-Spieler mit dem Nahkampf und allen dazugehörigen Aspekten bis ins letzte Detail vertraut sein. Auf welche gegnerische Einheiten sage ich Angriffe an, wie platziere ich die Modelle optimal, wie schaffe ich es möglichst viele Einheiten zu binden und wie nutze ich die Gefechtsoptionen (Adrenalinschub & Überrennen) am besten aus – all diese Punkte muss ein Tyraniden-Spieler beherrschen, um erfolgreich zu sein. Ich tat das noch nicht und musste schmerzlich feststellen, dass wenn der Gegner die Gelegenheit bekommt, auf die Genestealer zu schießen, diese auch mit ziemlicher Sicherheit vernichtet werden. Der  5+ Rettungswurf hilft hier nur bedingt.

Fliegende Schwarmtyranten mit Neuralfressern: Über die Rolle der Schwarmtyranten bin ich mir noch im Unklaren. Die fliegenden Schwarmtyranten haben mich trotz ihrer 24 Schuss enttäuscht. Der 4+ Rettungswurf ist sehr gut, aber die schweren Waffen der Gegner kommen trotzdem früher oder später durch, mit dem Effekt, dass Schwarmtyranten (Mawlocs und Trygone sowieso) gefühlt wie die Fliegen fallen. Nahkampftyranten dürften höchstwahrscheinlich effektiver sein. Generell bieten Monströse Kreaturen derzeit viel zu dankbare Ziele für die schweren Waffen des Gegners.

Tyraniden Ballerburg: Tyraniden haben mit Hive Guard, Exocrine und Tyrannofex gute Beschussoptionen. Insgesamt können andere Völker jedoch viel besser schießen als Tyraniden, insbesondere aufgrund ihrer besseren Unterstützungscharaktere mit den Wiederholungswurf-Auren. Deshalb sehe ich derzeit nicht, wie Tyraniden sich mit Beschusskonzepten durchsetzen wollen.

Fazit: Das Biovoren-Konzept hat mir sehr viel Spaß gemacht und ist für mich immer eine Überlegung wert. Ein Tyraniden-Schockangriff wird derzeit durch das allgegenwärtige Abschirmen wichtiger Einheiten mit billiger Infanterie zu einfach gekontert. Deshalb denke ich, dass eine Schwarmflotte Kraken mit vielen Genestealern und der Gefechtsoption Opportunistischer Vormarsch kompetitiver sein dürfte.

Generell scheint es mir so, als ob mit billiger Masseninfanterie abgeschirmte Ballerburgen (Imperiale) ein großes Problem für Tyraniden darstellen, denn die guten Nahkämpfer, die den Beschussplattformen (meist Fahrzeugen) gefährlich werden könnten, kommen nicht zu diesen durch. Nach der ersten Angriffswelle ziehen sich die abschirmenden Einheiten zurück und die Beschussplattformen eröffnen wieder das Feuer. Elitäre Ballerburgen können dagegen von Genestealern einfacher überrannt werden.

Wir werden sehen, was das Meta bringt.

Mit freundlichen Grüßen

-kleiner gargoyle